Reichsdruckerei

Reichsdruckerei war eine unmittelbare deutsche Reichsanstalt in Berlin unter der obersten Leitung des Staatssekretärs des Reichspostamtes. Sie entstand am 1. April 1879 durch Vereinigung der 1852 gegründeten ''Königlich preußischen Staatsdruckerei'' mit der ''Königlich Geheimen Oberhofbuchdruckerei von Decker''. Der offizielle Gründungstag der Reichsdruckerei war der 6. Juli 1879. Als Standort wurden die Liegenschaften der früheren preußischen Staatsdruckerei in der Oranienstraße genutzt, die in den Jahren 1879 bis 1881 erweitert wurden.

Sie war im Allgemeinen nur zu unmittelbaren Zwecken des Deutschen Reiches und der Bundesstaaten bestimmt, arbeitete aber auch für Kommunalbehörden, Korporationen und in bestimmten Fällen auch für Privatpersonen. Ihre Haupttätigkeit bestand in der Herstellung von Reichskassenscheinen, Reichsbanknoten, Schuldverschreibungen, Postwertzeichen, Wechselstempelzeichen und anderen Marken und geldwerten Papieren. Ferner druckte sie Verordnungsblätter und amtliche Werke (u. a. das Reichskursbuch und Patentschriften).

mini|Blindstempel auf der Vorderseite eines Faksimiledrucks („Reichsdruck“) der Staatsdruckerei Berlin, 1949–1951 mini|Rückseitige Kennzeichnung eines „Reichsdrucks“ der Staatsdruckerei Berlin auf einem Kupferstich, ca. 1950 mini|Siegelmarke der Reichsdruckerei

Für Privatverlage druckte sie bibliophile Werke und die als „Reichsdrucke“ bekannt gewordenen Wiedergaben von Grafiken und Gemälden alter Meister, meist als Kupferstiche....
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