Richard Taruskin

Richard Taruskin (* 2. April 1945 in New York City) ist ein US-amerikanischer Musikwissenschaftler, Musikkritiker und Musikhistoriker.

Taruskin, der Sohn einer Klavierlehrerin und eines Amateur-Geigers, erlernte das Cello-Spiel, besuchte die High School of Music and Art in New York und studierte Russisch, Musikwissenschaften und Musikgeschichte an der Columbia University mit dem Bachelor-Abschluss 1965 (''magna cum laude''), dem Master-Abschluss 1968 und der Promotion 1976. Danach lehrte er als Professor an der Columbia University. Er spielte in Ensembles für frühe Musik, so von Ende der 1970er bis in die 1980er Jahre Viola da Gamba im Aulos Ensemble. Außerdem wirkte er als Chorleiter, 1968 bis 1973 am Columbia University Collegium Musicum und 1975 bis 1983 im Chor ''Capella nova''. 1986 wurde er Professor an der University of California, Berkeley.

Mit seinen Gruppen für frühe Musik nahm er mehrere Platten auf und er gab Renaissance-Musik im Verlag Ogni Sorte heraus. Darunter kritische Ausgaben von Antoine Busnoys, den er als Begründer der ''L’homme armé'' Tradition ausmachte, und William Lawes. Er trat aber auch als Kritiker zu dogmatischer Tendenzen der Historischen Aufführungspraxis hervor.

Er ist besonders für Veröffentlichungen zur klassischen Musik in Russland bekannt, zum Beispiel das Verhältnis von Igor Strawinsky zur russischen Folklore und über Modest Petrowitsch Mussorgski. Er veröffentlichte regelmäßig als Musikkritiker in The New York Times und ''New Republic'' und Aufsätze von ihm wurden im Sammelband ''Text and Act'' veröffentlicht, weitere in ''The Danger of Music and Other Anti-Utopian Essays'' und in ''On Russian Music''.

1978 erhielt er den Greenberg Prize, 1980 den Alfred Einstein Award, 1987 die Dent Medal. Sein Buch über Strawinsky erhielt 1997 den Kinkeldey Preis. Er ist seit 1998 Mitglied der American Philosophical Society.

2017 erhielt er den Kyoto-Preis.
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